Nachlese 

66. HANDWERKERTAG AM 19. März 2016

Festkundgebung der Kreishandwerkerschaft Holzminden

Zitat von Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): Deutschland braucht kompetente Handwerker, wir brauchen routinierte Praktiker genauso wie innovative Ideengeber oder ambitionierte Unternehmen. Wir wissen, ihr Können bildet ganz entscheidende Faktoren für Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.
 

VIDEO: DAS WAR IHR TAG - DER JUNGE NACHWUCHS IM HANDWERK

 

  Video: Produktion/Schnitt © dieaktuellekamera.de - Kamera: G. Wackernagel

 

Für 49 Auszubildende des Holzmindener Handwerks war der 19. März 2016 ein zukunftsträchtiger Tag. Denn sie wurden im Rahmen der traditionell jährlich stattfindenden Festkundgebung (in diesem Jahr am 66. Handwerkstag der Kreishandwerkerschaft und Innung Holzminden) in der Stadthalle Holzminden von ihren Verpflichtungen als Lehrling freigesprochen. Des Weiteren wurden Handwerker und Handwerksmeister geehrt für 25- und 40-jährige Betriebstreue und Handwerksmeister für das 25-, 40-, 50-, 60- und 65-jährige Meisterjubiläum. Zudem fand die öffentliche Einführung der Jungmeisterinnen und Jungmeister statt.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Stiftungspreises der Otto Künnecke Stiftung, übereicht von Angela Schürzeberg, Landrätin des Landkreises Holzminden, an Lars Helmer.

 

 

AUSZEICHNUNG FÜR DIE GESAMTNOTE GUT:
Sebastian  Schaper - Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatroniker

 

 

Ehrengäste im Saal waren u.a. Herr Hans Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks, der den Festvortrag im Rahmen der Festkundgebung unter dem Thema „Handwerk 2016 – zwischen Tradition und Wirtschaft 4.0“ hielt. Frau Gabriele Lösekrug-Möller – seit 2001 Mitglied im Deutschen Bundestag und vorwiegend in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik tätig, Herr Uwe Schünemann – seit Juli 2014 Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Angela Schürzeberg – seit 2011 Hauptamtliche Landrätin des Landkreises Holzminden und Herr Jürgen Daul – seit 2006 Bürgermeister der Stadt Holzminden.

Gäste von der nordrhein-westfälischen Weserseite: Herr Kossmann, 1. stellvertretender Landrat des Landkreises Höxter sowie von der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg, Herr Alfred Gemmeke, stv. Kreishandwerksmeister  und Herr Holger Benninghoff,
Hauptgeschäftsführer.

 

Die musikalische Umrahmung erfolgte durch das Blasorchester Orig. Concordia Albaxen e.V.

 

 

Flüchtlingsproblematik in Bezug auf das heimische Handwerk

Ein großes Thema im Rahmen der Festkundgebung, angesprochen von den Rednern Uwe Hinz Kreishandwerksmeister und von Hans Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks, die Flüchtlingsproblematik in Bezug auf das heimische Handwerk.

Zum Thema Uwe Hinz:

 

Eines wissen wir aber sicher, und dazu muss man kein Prophet sein, die größte Baustelle, die uns in diesem Jahr im Deutschen Handwerk umtreiben wird, ist die Flüchtlingsproblematik. Davon sind natürlich auch wir im Handwerk betroffen.

Es gibt bereits einige Handwerksbetriebe in unserer Region, die junge Flüchtlinge aufnehmen und ihnen die Möglichkeit zu einem Praktikum oder einer Ausbildung geben bzw. geben wollen. Sie tun das, weil sie konkret helfen und unterstützen wollen. Aber die Integration von Flüchtlingen über den Weg der Ausbildung geht nicht von heute auf morgen.
Denn wir Handwerker verfolgen ein anderes Ziel, nämlich die Menschen, die zu uns kommen, auch vernünftig zu qualifizieren.

Vor dem Hintergrund des Fachkräfte- und Nachwuchsbedarfs müssen und wollen wir das duale Ausbildungssystem auch als „Integrationsmotor“ verstehen. Wir wollen zukünftig noch mehr junge Migranten durch die berufliche Bildung für eine Tätigkeit im Handwerk gewinnen. Unsere Botschaft lautet: „Im Handwerk kommt es nicht darauf an, wo du herkommst, sondern wo du hinwillst.“


Zum Thema: Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH)

 

Wir im Handwerk haben immer gesagt, wir stellen uns den Aufgaben, die der Flüchtlingsstrom mit sich bringt und wir haben immer gesagt, unter welchen Umständen uns das gelingen kann. Nämlich dann, wenn eine gesamteuropäische Lösung angestrebt wird mit der Prämisse, dass die Fluchtursachen und Konflikte wegen Umweltkatastrophen umfänglich bekämpft werden, aber auch abgelehnte Asylantenbewerber konsequent zurückgeführt werden und der Flüchtlingsstrom deutlich in diesem Jahr reduziert wird. Sowie durch schnelle Integration für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, damit Ausbildung und Arbeit möglich ist.

Was kann man dafür tun? – Das Handwerk kann dafür sehr viel tun

Für diese Worte stehen Taten, denn schon seit Jahren engagiert sich das Deutsche Handwerk für die Entwicklungshilfe u.a. in Asien, Südamerika und Afrika
Jüngste Initiative des Handwerks zur Integration 

 

Aus Flüchtlingen werden Auszubildende
10.000 junge Flüchtlinge sollen bis zum Frühjahr 2018 eine betriebliche Ausbildung im Handwerk aufnehmen. Dazu haben das Bundesbildungsministerium, die Bundesagentur für Arbeit und der Zentralverband des Deutschen Handwerks eine Initiative gestartet.
Das Programm wendet sich an Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie an Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist, dass die jungen Flüchtlinge nicht mehr schulpflichtig und unter 25 Jahre sind, über gute Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und sich im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungsmarkt orientieren können. Sie sollten deshalb einen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie das Programm „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ der Bundesagentur für Arbeit durchlaufen haben, das auf eine Feststellung ihrer Kompetenzen und eine allgemeine Berufsorientierung ausgerichtet ist. In der anschließenden „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ bereitet das BMBF die jungen Flüchtlinge auf eine Ausbildung im Handwerk vor und setzt dabei auf eine vertiefte fachliche und praktische Berufsorientierung in den Bildungszentren des Handwerks. Auch hier steht die Kapazität für 10.000 junge Menschen bereit. Das Handwerk unterstützt den Praxisbezug 3 durch betriebliche Praktika für die Teilnehmer der speziellen Berufsorientierung und stellt die Infrastruktur der Bildungsstätten zur Verfügung. Das Programm ist zunächst auf 24 Monate ausgelegt. Ziel ist die Integration von bis zu 10.000 Flüchtlingen in eine Handwerksausbildung. Für die Initiative stellt das BMBF in 2016 20 Millionen Euro zur Verfügung.
 

FREISPRECHUNG/ ÜBEREICHUNG DER GESELLENBRIEFE

NACHWUCHS GESCHULT IM REGIONALEN HANDWEK 




Ausbildungsberuf: Anlagenmechaniker
Julian Fuchs  – Ausbildungsbetrieb: Helmut Langhammer GmbH, Hehlen
Andrè Köke –  Ausbildungsbetrieb: Ulrich Schmidt, Golmbach
Christoph Pankoke – Ausbildungsbetrieb: Eckhard Rojahn, Holzminden
Thorben Siebrecht –  Ausbildungsbetrieb: Wilksch- Ellies GmbH, Uslar
Julian Wiemann - Ausbildungsbetrieb: Geb. Becker GmbH & Co. KG, Höxter

Ausbildungsberuf: Elektroniker FR Automatisierungstechnik
Florian Kleinod – Ausbildungsbetrieb: Bertram Elektrotechnik GmbH, Bevern
Anton Melnikow - Ausbildungsbetrieb: Bertram Elektrotechnik GmbH, Bevern

Ausbildungsberuf: Elektroniker FR Energie- und Gebäudetechnik
Benedikt Jonas - Ausbildungsbetrieb: Frank Herrmann Bevern
Oliver Loges - Ausbildungsbetrieb: Rathmann Elektrobau GmbH, Heisen
Niklas Meyer - Ausbildungsbetrieb: S & P Elektromaschinenbau + Elektronik Hugo Schmock + Andreas Piskurek, Stadtoldendorf
Walerie Michajlewski - Ausbildungsbetrieb: Elektro Meyer GmbH, Bodenwerder
Maik Reinelt – Ausbildungsbetrieb: Rathmann Elektrobau GmbH Heinsen
Kevin Trompke – Ausbildungsbetrieb: Manfred Meier MM-elekctronics, Stadtoldendorf
Adam Wander - Ausbildungsbetrieb: Rathmann Elektrobau GmbH, Heinsen
Patrick Zöllner - Ausbildungsbetrieb: J. Sievert Elektrotechnik, Stadtoldendorf

Ausbildungsberuf: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker
Genrich Wagner -  Ausbildungsbetrieb: Karosseriefachbetrieb Rüger GmbH, Holzminden

Ausbildungsberuf: Mechaniker für Karosserieinstandhaltung
Marcel Werger - Ausbildungsbetrieb: Wentdorf & Schenkhut GmbH, Osterode am Harz

Ausbildungsberuf: Kraftfahrzeugmechatroniker
Abdo Bero - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Jäger, Bevern
Alexander Dahm – Ausbildungsbetrieb: Autohaus Eggers, Bodenwerder
Yousef Darwiche - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Siebrecht GmbH, Holzminden
Frederik Henze - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Harald Friederich GmbH, Holzminden
Florian Kahnt - Ausbildungsbetrieb: Autohaus B&K GmbH & Co. KG, Höxter-Stahle
Daniel Krause - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Röpke GmbH, Bodenwerder OT Kemnade
Fabian Küpper - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Vatterott GmbH, Eschershausen
Wilhelm Bernhard - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Beineke GmbH & Co. KG, Holzminden
Kevin Marquardt - Ausbildungsbetrieb: Rudolf Vatterott GmbH, Holzminden 

Joshua Müller - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Willi Schünemann GmbH, Holzminden
Frank Petersen - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Beineke GmbH & Co. KG, Höxter
Sebastian Schaper - Ausbildungsbetrieb: Erwin Rauch, Bodenwerder
Marvin Stock - Ausbildungsbetrieb: Päuser Nutzfahrzeugtechnik e.K., Holzminden
Hakan Tekin - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Talke Inh. Michael Talke e.K., Holzminden
Lukas Weber - Ausbildungsbetrieb: Koßmann Service-Werkstatt GmbH, Holzminden
Marcel Winkel -  Ausbildungsbetrieb: Autohaus Willi Schünemann GmbH, Holzminden 




Ausbildungsberuf: Metallbauer
Bastian Balke – Ausbildungsbetrieb: Adelberger Fensterbau GmbH, Stadtoldendorf
Christoph Bartels - Ausbildungsbetrieb: Jörg Schoppe, Bevern
Nico Bethge - Ausbildungsbetrieb: Matyssek Metalltechnik GmbH, Stadtoldendorf
Fabian Fitz - Ausbildungsbetrieb: Franz Just, Holzminden
Lukas Gerth - Ausbildungsbetrieb: Franz Just, Holzminden
Marvin Löseke - Ausbildungsbetrieb: Framke GmbH, Bodenwerder
Ronny Schneider - Ausbildungsbetrieb: Franz Just, Holzminden
Andreas Schulz - Ausbildungsbetrieb: PROMET Industrieservice GmbH, Eschershausen
Sebastian Thiele - Ausbildungsbetrieb: Dirk Schmidt, Stadtoldendorf
Dimtri Thomas - Ausbildungsbetrieb: Schaar Design, Eschershausen

Ausbildungsberuf: Feinmechaniker
Simon Kampioni - Ausbildungsbetrieb: Henning Müller Sondermaschinen GmbH, Deensen

Ausbildungsberuf: Mechatroniker
Ozan Özkan - Ausbildungsbetrieb: Otto Künneke GmbH, Holzminden
Julian Stukenberg - Ausbildungsbetrieb: Otto Künneke GmbH, Holzminden

Ausbildungsberuf: Tischler
Aljosha Robby Kowalski - Ausbildungsbetrieb: Niemeyer Tischlerei und Innenausbau GmbH, Bodenwerder
Sascha Schikyr - Ausbildungsbetrieb: Thomas Menzel, Derental

Ausbildungsberuf: Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk FR Bäckerei
Stefani Müller – Andreas Kligenberg, Holzminden

Jungmeister

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nadin Anders - Kraftfahrzeugtechnikermeisterin
Michael Henke - Installateur- und Heizungsbaumeister
Marvin Janek - Metallbaumeister
Eric Krause - Feinmechanikermeister
Sebastian Krug - Metallbaumeister
Carsten Kuhlmann - Bestattermeister
Anne Lieder - Maler und Lackierermeisterin
Adrian Radau - Kraftfahrzeugtechnikermeister
Alexander Schlundt - Kraftfahrzeugtechnikermeister
Marc Schmidt - Kraftfahrzeugtechnikermeister
Ulf Seidel - Kraftfahrzeugtechnikermeister
Andreas Steinbach - Metallbaumeister
Christoph Tegethoff - Installateur- und Heizungsbaumeister
Timo Wiese - Kraftfahrzeugtechnikermeister 

 

 

 



 

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Rückblick auf die wirtschaftliche Lage im Handwerk 2015
Dazu Zahlen und Fakten von Uwe Hinz, Kreishandwerksmeister


Das Jahr 2015 bot den meisten Branchen genügend Anlass zur Zufriedenheit.
Ende des Jahres stuften bundesweit 90 Prozent der Betriebe ihre Lage mit „gut“ oder „befriedigend“ ein. Indikatoren wie ein Auslastungsgrad mit 79 Prozent und die Auftragsreichweite mit 1,7 Monaten untermauerte diese Einschätzung. Auch die kommenden Monate werden vor dem Hintergrund der dynamischen Nachfrageentwicklung von Zuversicht getragen.

Ausschlagsgebend für die Erfolgsbilanz war das günstige binnenwirtschaftliche Klima in Deutschland. Dazu trug auch der Beschäftigungsaufbau bei sowie steigende Einkommen bei minimaler Preissteigerung, niedrige Zinsen und mehr Zuwanderung.

Der Arbeitsmarkt erweist sich als robust. Die Arbeitslosenquote in Niedersachsen lag im Februar bei 6,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Februar 2015 betrug die Quote noch 6,7 Prozent.

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit weiterhin sehr hoch.