Neujahrsempfang in Holzminden 2016

 

Positive Meldungen und brisante Themen   

 

Video: Neujahrsempfang in Holzminden 2016 Teil 1

Inhalte: Auszüge aus der Begrüßungsrede - Bürgermeister Jürgen  Daul (Thema Flüchtlingskrise und Haushalt der Stadt Holzminden 2016 und Auszüge aus dem Grußwort von Dr. Ulrich Stiebel und HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel


 Video: Produktion/Schnitt © dieaktuellekamera.de - Kamera: S. Genenger 

 

Video: Neujahrsempfang in Holzminden 2016 Teil 2  

Inhalte: Auszüge Festrede Oberstleutnant Christian Belke - Vortrag: „Bundeswehr im Einsatz“

 

 Video: Produktion/Schnitt © dieaktuellekamera.de - Kamera: S. Genenger

 

Bericht 

Die Stadt Holzminden und die HAWK luden am 7. Februar 2016 zum Neujahrsempfang in dem 2015 neu erstellten „Energy Campus“, das Schulungsgebäude des Unternehmens STIEBEL ELTRON, ein.  
Redner: Begrüßungsworte von Bürgermeister Jürgen Daul, Grußworte durch Dr. Ulrich Stiebel und HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel und Festrede durch den Oberstleutnant Christian Belke – Vortrag „Bundeswehr im Einsatz“. Musikalische Untermahlung „BQHH – Bläserquintett  Höxter - Holzminden“ der Musikschule Höxter Holzminden. Rund 350 anwesende Gäste aus dem Bereich Politik, Kultur und Wirtschaft.
 

 

Am Veranstaltungsort fielen Worte durch Dr. Ulrich Stiebel: „Zum Neujahrsempfang der Stadt Holzminden darf auch ich Sie ganz herzlich begrüßen. Es ist uns eine Ehre und Freude, Sie heute hier begrüßen und empfangen zu können. Und wir freuen uns, dass die Stadt Holzminden sich dazu entschlossen hat, kurz nach der Fertigstellung dieses Gebäudes, hier ihren Neujahrsempfang zu veranstalten. Dafür herzlichen Dank.“

Das neue Schulungs- und Kommunikationszentrum: STIEBEL ELTRON präsentiert mit dem Energy Campus am Hauptsitz in Holzminden ein Leuchtturmprojekt für nachhaltiges und ressourceneffizientes Bauen. Eine Investition von rund 16,5 Millionen Euro auf einer Fläche von 4000 qm.

Die Begrüßungsrede sprach Bürgermeister Jürgen Daul  

 

 

Inhalte

Eine persönliche Stellungnahme von Bürgermeister Jürgen Daul zum Thema Flüchtlingskrise

Freie Meinungsäußerung im Sinne des Gedankenguts Voltaire

Bürgermeister Jürgen Daul:
„Kaum ein Thema in den vergangenen Jahrzehnten hat Deutschland und die Welt so bewegt, wie die Diskussion um die Flüchtlingskrise, die sowohl in der Öffentlichkeit als auch im privaten Bereich geführt wird. Und dies mit einem Unverständnis und einer Unversöhnlichkeit, dem Andersdenkenden gegenüber, wie wir es so vorher alle noch nicht gekannt haben.
Ein Beispiel dazu: Der der Partei Bündnis 90/Die Grünen angehörende Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, Boris Palmer, machte Ende letzten Jahres die Aussage öffentlich, dass in einem Ressourcen bestimmten Sachverhalt, wie die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern diesen darstellt, natürliche Grenzen bestehen.
Dazu seine klare Aussage: „Ich schaffe es aufgrund der hohen Zahlen nicht, die zugewiesenen Flüchtlinge in meiner Stadt auch nur annähernd, menschenwürdig unterzubringen.“  
Die Antwort kam prompt, ein Antrag der Grünen Jugend (Der Jugendverband von Bündnis 90/Die Grünen), Herrn Boris Palmer aus der Partei auszuschließen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist etwas, was ich mit großer Sorge betrachte. Denn ein wesentliches Kennzeichen unserer Demokratie ist die freie Meinungsäußerung. Das bedeutet, seine Position offen erklären zu können, ohne Angst vor Repressalien und Deformierung haben zu müssen.

Oder um Voltaire zu zitieren: Ich werde Ihre Meinung bis an mein Lebensende bekämpfen, aber ich werde mich mit allen Kräften dafür einsetzen, dass Sie sie haben und aussprechen dürfen.

Aus kommunalpolitischer Sicht bestehen zur Frage der Bewältigung der Flüchtlingssituation zwei „Kernforderungen“

1. Auf das so häufig von Bundesminister Herrn Karl Ernst Thomas de Maizière genannte Ziel: Wir müssen Ordnung in das System bringen, müssen nun auch Maßnahmen folgen. Es macht unsere Bürgerinnen und Bürger unseres Landes zu recht sprachlos, wenn 400.000 Menschen unregistriert und unkontrolliert unsere Grenzen überschreiten und wir nicht wissen, wer sie sind, wo sie sind und welche Absichten sie verfolgen. Das ist nicht zu akzeptieren und rüttelt erheblich an den Grundwerten unseres Staates.

2. Die Integration der vielen Menschen, die zu uns gekommen sind.
Und um das ganz deutlich zu sagen, der Erwerb der Sprache und der Einstieg in die Arbeitswelt sind nur ein Teil dessen, was wir unter Integration verstehen. Mindestens gleichgewichtig, wenn sogar höher, ist die Anerkennung unserer demokratischen freiheitlichen und nicht verhandelbaren Grundwerte.
Welche strukturellen Aufgaben mit dem Thema Integration verbunden sind, möchte ich mit einem kleinen Zahlenbeispiel deutlich machen. Wobei es zur Absicherung der Plausibilität die offiziellen Angaben deutlich nach unten abrundet. Eine Million Flüchtlinge sind 2015 in Deutschland registriert worden. Unterstellen wir, dass davon real 500.000 Menschen ausgewiesen werden, die Anerkennungsquote „Asyl“ liegt zur Zeit unter zwei und die nach der Genfer Flüchtlingskonvention unter 48%, verbleiben 500.000 Neubürger, die für eine sehr lange Zeit in der Mehrheit doch in Deutschland bleiben werden.
Rechnet man mit einem Familiennachzug von nur drei Familienmitgliedern hieße das, dass wir allein für das Jahr 2015 für 2 Millionen Menschen Sorge tragen und ihnen die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes, frei von Verfolgung und Bedrohung bestehendes Leben schaffen müssen. Oder anders ausgedrückt, wir müssen 100 x die Kreisstadt Holzminden komplett neu erschaffen. Mit dem entsprechenden Wohnraum, Schulen, Kindergärten, Arztpraxen,  Behörden und Arbeitsplätzen. Geschehen ist aber bisher so gut wie nichts.  

Ein weiteres Thema im Rahmen der Eröffnungsrede von Bürgermeister Jürgen Daul: Der Haushalt der Stadt Holzminden 

 

Fakten:

Starker Partner - heimische Industrie
Die seit 2007 solide Haushaltsführung wird auch für das Jahr 2016 fortgesetzt werden. Eine solche Politik eines ausgeglichen Haushalts ist aber nicht zuletzt möglich, da die heimische Industrie mit beeindruckenden Investitionen von über 50 Millionen Euro, alleine im vergangenen Jahr, sich eindrucksvoll zum Wirtschaftsstandort Holzminden bekannt hat. Auch die Zukunft sieht sehr positiv aus. So hat schon das Unternehmen Symrise ein Investitionsvolumen von über 200 Millionen Euro für den Planungszeitraum von 2016 - 2021 angekündigt.  

Erhalt eines selbstständigen Gymnasiums
4 Millionen Euro, das ist der Betrag, den die Stadt an den Landkreis zur Sicherstellung überweist, sodass es auch weiterhin ein selbstständiges Gymnasium in Holzminden geben kann. Mithilfe dieser freiwilligen Leistung wird aber auch die klare Erwartung aufgestellt, dass der sogenannte „Ringtausch“ der Schulen und als zweitbeste Lösung nach dem Erhalt in der Wilhelmsstraße infolgedessen auch ohne Einschränkungen zeitnah umgesetzt wird.

Investition in das Feuerwehrwesen
9,3 Millionen Euro wird die Stadt in das Feuerwehrwesen investieren. Etwa 7,3 Millionen Euro in die Feuerwehrgerätehäuser in Holzminden, Neuhaus und Silberborn und 2 Millionen Euro in die Fahrzeugbeschaffung.

Zusammenarbeit zwischen Höxter und Holzminden
Zudem nimmt die Zusammenarbeit von Höxter und Holzminden Dank des beispielhaften bürgerschaftlichen Engagements konkrete Formen an, vor allem in Bezug auf das Holzminden-Höxter Projekt: „Corveyer Programm“.

Grußworte von HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel

 

 

Auch die HAWK hatte zum Standort Holzminden etwas Positives zum Neujahrsempfang zu vermelden.

Dazu die HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel in ihrem Grußwort:
„Wir haben acht Professuren für 2016, die neu berufen werden, so viele wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ich glaube, dass die Umstrukturierung, die immer wieder nötige Anpassung des Studienangebots an eine sich verändernde Welt und eine sich verändernde Nachfrage am Ende jetzt dazu führte, dass wir so hohe Studierendenzahlen haben wie nie zuvor. Sofern möchte ich uns allen Mut machen, dass dieser Wagemut, sogar ein bisschen Lust am Risiko dazugehören, wenn man etwas bewegen will und dass wir uns nicht Bange machen sollten. Wir als Hochschule tun das bestimmt nicht, die Stadt Holzminden wird es auch nicht tun, Sie alle auch nicht, insofern wünsche ich uns allen ein gelingendes Jahr 2016.

Festrede durch Oberstleutnant Christian Belke  

 

 

Vortrag: „Bundeswehr im Einsatz“

Ein weiteres brisantes Thema, das Deutschland zurzeit beschäftigt, sind die Auslandeinsätze der Bundeswehr. Regional gesehen vor allem auch in Bezug auf die Garnisonsstadt Holzminden. Rede und Antwort stand zu dieser Thematik Oberleutnant Christian Belke im Rahmen seines 45-minütigen Vortrags.

Oberstleutnant Christian Belke ist seit November 2015 Kommandeur Panzerpionierbataillon 1, Holzminden. Er wurde 1970 in Holzminden geboren, ist verheiratet (zwei Kinder) und ist seit 26 Jahren bei der Bundeswehr.
Eigene Erfahrungen bei Auslandeinsätzen in seinen Dienstjahren machte er in Kabul, Bosnien und Herzegowina sowie Afghanistan.

Schwerpunktthemen seines Vortrags:
 

  • Überblick der aktuellen Einsatzgebiete der Bundeswehr
  • Einsatzverpflichtung des Panzerpionierbataillons 1 in 2016
  • Überblick planvorbereitende Ausbildung
  • Herausforderung im Zusammenwirken mit der Garnisonsstadt Holzminden
  • Persönliche Impressionen aus dem Einsatz


Zu den einzelnen Punkten eine kurze Zusammenfassung (mehr im Video: Festrede Oberstleutnant Christian Belke – Neujahrsempfang Holzminden 2016 – Vortrag: „Bundeswehr im Einsatz“ - siehe Seite oben)

Überblick der aktuellen Einsatzgebiete der Bundeswehr und Überblick in Bezug auf die planvorbereitende Ausbildung

Seit dem Jahr 1955 hat sich die Bundeswehr an humanitären Hilfsaktionen im Ausland beteiligt. Daraus wurde im Verlauf der 1990er Jahre ein dauerhaftes und teils langjähriges Engagement in Auslandseinsätzen, anfangs in Bosnien, später dann im Kosovo. Höhepunkt dieser Entwicklung war der ISAF-Kampfeinsatz in Afghanistan (2002-2014). Aktueller Stand 2016: Rund 3000 Soldaten und Soldatinnen auf 16 verschiedenen Missionen in Europa, Asien und in Afrika verteilt.

Bedrohung bei Auslandeinsätzen:
Laut Oberstleutnant Christian Belke werden die Gegner immer einfallsreicher, vor allem im Bereich Sprengfallen. Des Weiteren werden jetzt zusätzlich auch sogenannte rollende Bomben eingesetzt, Panzerfahrzeuge vollbepackt mit Bomben. Neu auch der Angriff auf stationäre Ziele wie z.B. Feldlager der Bundeswehr. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von neuster High-Tech.
Um den ernst der Lage zu verdeutlichen, zeigte Oberleutnant Christian Belke zu diesem Thema einen Filmbeitrag: Eine gefährliche Dienstfahrt durch das Gebiet Mali.

Dennoch sind bisher nur wenige Tote und Verletzte zu vermelden. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die gute Ausrüstung und das gute Equipment sowie die gute Vorbereitung (Ausbildung der Einsatzkräfte).
Der Fokus der Ausbildung wird nach Aussage von Oberleutnant Christian Belke hinsichtlich der Ausbildung auf die Zielsetzung gelegt, den oder die Auszubildende zu aktiven und handlungsfähige Soldaten und Soldatinnen zu schulen.
„Wir wollen keine Angst ausbilden, sondern wir wollen Zuversicht und Selbstvertrauen ausbilden“, so Oberstleutnant Christian Belke.

Einsatzverpflichtung des Panzerpionierbataillons 1 Holzminden in 2016

Zurzeit (ab dem 09.01.2016) sind drei Soldaten in EUTM Mali und ein Soldat im Irak – Region Kurdistan – stationiert.

Doch die Zahl wird sich im Laufe des Jahres 2016 deutlich auf etwa 257 Soldatinnen und Soldaten im Auslandeinsatz verändern. Kernaufgabe dabei ist die Folgemission EUTM Mali. Eine kleine Anzahl wird  für weitere Einsätze (weltweit) in Holzminden in Bereitschaft sein.

Herausforderung im Zusammenwirken mit der Garnisonsstadt Holzminden

Oberstleutnant Christian Belke bedankte sich im Rahmen seiner Festrede insbesondere für die hervorragende Zivil-Militärische Zusammenarbeit mit der Garnisonsstadt Holzminden. Wozu auch die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jürgen Dual gehört.

Ebenso ging ein Dank an Herrn und Frau Gerberding (GERBERDING STIFTUNG) Projekt Gelbes Band

Das „Holzmindener Gelbe Band der Verbundenheit" soll die sichtbare Verbundenheit und Solidarität mit den Soldaten im Einsatz und deren Familien sein. Jede/-r Bürger/-in hatte die Gelegenheit, sich auf dem Band in Wort und Schrift einzutragen. Durch die Unterschriften und Gedanken auf dem Gelben Band sagten Holzminden sowie seine Bürger und alle, die sich daran beteiligten: „Wir denken an Euch. Unsere guten Gedanken begleiten Euren Weg." Diese Aktion stellt somit eine ideelle und emotionale Stütze für den Soldaten im Auslandeinsatz dar.

 

Video: Aktion - Projekt Gelbes Band am 23.02.2011 - Das "Gelbe Band der Verbundenheit geht von Holzminden nach Höxter  

 

Video: Produktion/Schnitt © dieaktuellekamera.de - Kamera: S. Genenger 


Öffentliche Termine des Pionierstandortes Holzminden für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Holzminden im Hinblick auf das Jahr 2016:
Am 03.09.16 – Der Tag der Offenen Tür in Verbindung mit Feierlichkeiten zu 60 Jahren Bundeswehr
Sowie zeitgleich am 03.-04.09.2016 die alljährlich stattfindende Modellbauausstellung zugunsten der Kinderkrebshilfe

Am Ende seines Vortrags zeigte Oberstleutnant Christian Belke Aufnahmen auf seinen eigenen Auslandeinsätzen mit musikalischer Untermalung des Titels „Mensch“ von Herbert Grönemeyer.

Seine abschließenden Worte zu seinem Vortrag: „Sie müssen die Bundeswehr nicht mögen, Sie können sich zu Auslandeinsätzen stellen wie Sie wollen. Ich bitte Sie nur, sich damit tatsächlich kritisch auseinanderzusetzen. Denn ich denke, alle Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzgebieten verdienen etwas mehr als das oft zitierte freundliche Desinteresse.“

Im Anschluss gab es bei Speis und Trank unter den Gästen viele Gesprächsrunden, nicht zuletzt dank der anspruchsvollen Worte der Festredner.

Bürgermeister Jürgen Daul, Oberstleutnant Christian Belke, HAWK - Dekanin Prof. Dr. Alexandra Engel, HAWK -Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel, Dr. Ulrich Stiebel

 

                                             Bilder 2016: Dominik Dörrie  

Zurück zur Eingangsseite HOLZMINDEN LEBT