DIE KRAFTVOLLEN VIER 

Die Kompanie als tragende Säule der Schützengilde

 

 

Die Schützengilde Höxter besteht aus vier Kompanien. Diese Gliederung ergibt sich aus der Aufteilung der Stadt in ursprünglich drei und später vier Stadtviertel. Die Kompanie der heutigen Gilde ist nicht mehr allein in ihren Altstadtvierteln beheimatet, sondern rekrutiert sich aus dem gesamten Bereich der Kernstadt und teilweise auch aus dem gesamten Bereich der Kernstadt sowie auch aus den Ortschaften. Dabei sehen die Kompanien ihre Quartiere weiterhin im Bereich der alten Stadtviertel. Die Quartiere wurden aufgrund der Verlängerung der Grenzen in die neuen Viertel der Stadt entsprechend vergrößert. 

 

Die alten Grenzen sowie die Verlängerung der Grenzen kann in der folgenden Karte betrachtet werden:
 

 

Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Aktivitäten innerhalb der Kompanien werden durch regelmäßige Veranstaltungen dokumentiert: Zudem findet in allen Kompanien eine aktive Jugendarbeit statt, darüber hinaus existieren Partnerschaften und freundschaftliche Beziehungen zu einzelnen Ortschaften, wodurch unter anderem das Mitmarschieren bei Schützenfesten, Treffen und gemeinsamen Aktivitäten forciert wird. Diese aktiv gepflegten Beziehungen stehen für das neu orientierte Denken der Schützengilde mit Sicht über den eigenen Tellerrand.

Vorstellung der einzelnen Kompanien:

1.    Kompanie – blau – Kornblume
2.    Kompanie – grün - Eichenlaub
3.    Kompanie – rot – rote Rose – Lied „Heideröslein“
4.    Kompanie – gelb – gelbe Rose


Mitglieder des Vorstandes: weiße Rose, vierfarbige Schärpe (solange sie im Amt sind)

König: weiße Rose, vierfarbige Schärpe

Ehemalige Könige: Erinnerungskette mit Königssymbol und Gravur

Besonderheiten der vier Kompanien

Zitat von Willi Feltes (ehemaliger Hauptmann der 3. Kompanie von 2005 – 2013):
Es ist schön, dass nicht jede Kompanie gleich ist. Wenn Sie alle Kompanien durchgehen, werden Sie schnell feststellen, dass jede seine ganz eigenen Charaktere hat, die von  Generation zu Generation weitergegeben wird. Der dadurch resultierende kleine Konkurrenzkampf ist zudem Triebfeder für Neues.

Zitat von Thomas Nesemeier (seit 2007 Hauptmann der 4. Kompanie):
Jede Kompanie ist völlig eigenständig, ohne Vorgaben von oben (Bataillon). Das Vereinsleben gestaltet sich somit in jeder Kompanie anders, was schon damit zum Ausdruck kommt, dass jede Kompanie eine andere Farbe hat, ein anderes Vereinslokal, die Schützenfestnachfeier am Dienstag unterschiedlich gestaltet wird und unterjährig andere Veranstaltungen anbietet. Der Vorteil liegt darin, dass jedes zukünftige Mitglied seine Kompanie wählen kann, die zu ihm individuell passt und in der er sich am wohlsten fühlt.

Die 1. Kompanie

 

 

Südlich der Westerbach- und Weserstraße in Richtung Stummrigetor liegt das Quartier der 1. Kompanie. Hier weht ihre Fahne mit dem Tillyhaus auf blauem Grund.  Wenn sie marschieren, ziert die blaue Kornblume als friedliches Symbol den Lauf ihrer hölzernen Gewehre. „Was einer liebt, das beginnt er auch zu verstehen! Getreu diesem Motto bemüht sich die Kompanie nicht nur die Tradition zu pflegen, sondern auch durch eine Vielzahl von Aktivitäten jung zu bleiben und immer wieder neue Bürger für die Ideen und Ziele des Schützenwesens zu begeistern.“

Seit 1950 stellen die 1. und die 3. Kompanie ununterbrochen einen der beiden Hellebardenträger.

Mit den Ortschaften Bruchhausen, Godelheim, Ottbergen und der Reservistenkameradschaft der Bundeswehr pflegt die 1. Kompanie eine innige langjährige Patenschaften.

Kompanielokal ist das Paulaner Wirtshaus (ehemals Landsknecht) in der Stummrigestr. 17.

Hauptmann: Reinhold Fahle
Stellv. Hauptmann: Michael Mühlen
Rechnungsführer: Detlef Dieter Kern
Spieß: Elmar Baumhauer

Schriftführer: Tobias Thien
EDV-Verantwortlicher: Hans-Ulrich Zayc
 

 

Die 2. Kompanie 

 

 

 Das Quartier der 2. Kompanie liegt zwischen den Wallanlagen mit dem Wehrturm im Westen, der Marktstraße im Osten, der Grubestraße im Norden und der Westerbachstraße im Süden. Durch die Ausdehnung der Stadt - vornehmlich in den 1950 und 1960er Jahren - vergrößerte sich dieses Viertel um den Südhang des Bielenberges und um das große Siedlungsgebiet im Petrifeld. Hier weht die Fahne der 2. Kompanie, die als Wahrzeichen den in ihrem Viertel stehenden Wehrturm trägt.

Die 2. Kompanie stand und steht nicht nur für ihr Stadtviertel, sondern hat seit jeher das Geschehen der Stadt mitgeprägt. Diese Verbundenheit dokumentiert sich nicht zuletzt im Kompanielied „Wo die Weser einen großen Bogen macht", das mittlerweile zum Lied der gesamten Gilde geworden ist.

Hauptmann: Alfred Micus jun.

Stellvertretender Hauptmann Ulrich Krätzig

Rechnungsführer: Matthias Fuhrmann
Spieß: Sven Kröning

 

Höhepunkt im Leben der 2. Kompanie ist selbstverständlich das Schützenfest der Gilde mit dem sehr wichtigen Sockenwaschen am darauffolgenden Dienstag (das Anekdötchen zu diesem Brauch finden Sie am Ende dieses Artikels).

Zu den Ortschaften Bosseborn, Lütmarsen und Ovenhausen hat die 2. Kompanie freundschaftliche Beziehungen geknüpft, was sich nicht nur in der gegenseitigen Teilnahme an den Schützenfesten ausdrückt.

Kompanielokal ist der Corveyer Hof in der Westerbachstraße 29

3. Kompanie
 

 

 

In der 3. Kompanie der Schützengilde Höxter sind Bürger aus allen Teilen der Bevölkerung. Angefangen beim Arbeiter, über den Angestellten, den Handwerker, den Kaufmann, den Schüler, den Studenten bis zum Bankchef. Ihr Quartier liegt zwischen der Weserstraße und dem Markt bzw. der Nicolaistraße und der alten Stadtmauer, also im östlichen Teil der Stadt. Hier weht die Fahne mit dem historischen Rathaus auf rotem Grund. Seitdem die Stadt über die mittelalterlichen Stadtmauern hinausgewachsen ist, gehört in der Verlängerung der Nicolaistraße die Albaxerstraße, das Gebiet Rohrweg, Corveyer Allee, Lüre und Corvey zum Quartier  der 3. Kompanie.

Hauptmann: Frank Lohmann
1. stellv. Hauptmann: Lothar Willert
2. stellv. Hauptmann: Ralf Hofmann
Rechnungsführer: Kai Göke
Spieß: Dominique Gröne

Schriftführer: Axel Gobrecht

 

Patenschaften bestehen zu den Orten Albaxen, Stahle, Lüchtringen und Holzminden

Kompanielokal ist der Strullenkrug in der Hennekenstraße 10.

Die 4. Kompanie
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Quartier der 4. Kompanie ist das Grube- oder Nikolaiviertel. Es verläuft zwischen der Mauer und der Grube rechts der Nikolai- und der Marktstraße bis zur Dechanei und zum Amtsgericht. Seitdem die Stadt über die mittelalterliche Stadtmauer hinaus zusammengewachsen ist, gehören entlang der Brenkhäuser Straße auch der Osthang des Bielenberges und der Westhang des Räuscheberges zum Quartier der der 4. Kompanie.

Ihre Fahne ziert das Haus Hütte in der Nikolaistraße.

Hauptmann: Stefan Schrader
Stellv. Hauptmann: Thomas Wiesemann
Rechnungsführer: Frank Wiesemann
Spieß: Michael Petsch
Internet und Kommunikation:Thomas Vogt


Die 4. Kompanie hat Patenschaften mit den umliegenden Gemeinden Brenkhausen, Bödexen und Fürstenau. Im Laufe der Jahre bahnte sich noch eine weitere Patenschaft an. Im Jahre 1985 kam es zu ersten Kontakten mit der 4. Kompanie des damaligen Pionierbataillions 7 der Bundeswehr in Höxter. Wie gut diese Patenschaft ist, zeigte sich dadurch, dass nach der Auflösung des Pionierbataillions die 4. Kompanie des neuen ABC-Abwehrbataillions die Patenschaft übernahm. Seit dieser Zeit gibt es viele Kontakte zwischen den Schützen und Soldaten des Standortes Höxter, und das trotz verschiedener Umgliederungen des Patenbataillons.
Kompanielokal ist die Bürgerstuben Am Markt 3.

Nachtrag
Anekdötchen um die 2. Kompanie der Schützengilde Höxter von 1595 e.V.,
gefunden in der Chronik  „400 Jahre Schützengilde Höxter 1595 – 1995“.

 

Die roten Socken!
Es war beim Antreten am Busbahnhof im Jahre 1978. Für mich das erste Mal in der schmucken Uniform eines Leutnants der zweiten Kompanie, nagelneuer Schützenrock, schwarze Hose, graue Handschuhe und zu den blankpolierten schwarzen Schuhen rote Socken. Diese hatte ich auf Anraten meiner Frau Eva angezogen, weil sie glaubte, schwarze oder graue Socken wirken trist. Beim Antreten kam dann die schneidende Stimme von unserem Spieß Beineke: „Leutnant Behrens, drei Schritte vortreten!“ Spieß Beineke kam auf mich zu und zog eines meiner Hosenbeine nach oben, sodass die roten Socken sichtbar wurden. Genüsslich stellte er fest, dass ich gegen die Anzugordnung der Gilde verstoßen hätte.
Dieses „Vergehen“ wurde unter großem Gelächter der anwesenden Kameraden mit 50 Liter Bier geahndet.
In fröhlicher Runde ging es den 50 Litern „an den Kragen“ und dabei befahl mir der Spieß, doch immer rote Socken zu tragen (außer bei traurigen Anlässen). Falls ich gegen diesen Befehl verstoßen würde, würde ich erneut mit 50 Litern Strafe belegt.
Im Jahre 1982 gelang mir der Königsschuss. Auf den Schultern meiner begeisterten Kameraden wurde ich vom Schützenhaus zur Freitreppe vor dem Felsenkeller getragen, und da leuchteten sie wieder, meine roten Socken. Nach der Proklamation wurde ich  von dem gesamten Bataillon durch die Stadt zu meinem Haus gebracht. Hinterher besuchte ich mit dem Stab alle Kompanien in ihren Kompanielokalen, die „ Erste“ im Landsknecht, die „Vierte“ im Hotel Niedersachsen, die „Dritte“ im Strullenkrug. Und ganz zum Schluss kam ich zu meiner „Zweiten“ in den Corveyer Hof!

Was mich hier im total überfüllten Corveyer Hof erwartete, war überwältigend. Ich wurde auf einen Tisch gehoben, sofort wurden mir die Schuhe ausgezogen. Schnell war eine Leiter zur Hand und ehe ich mich recht versah, wurden meine schönen roten Socken sozusagen als Trophäen für alle sichtbar oberhalb der Theke angenagelt. Ich hatte ja noch Ersatzstrümpfe. Aber als sich die gesamte Kompanie zum Festumzug am Montag rote Socken kaufte, soll es in keinem unserer heimischen Textilgeschäfte mehr rote Socken gegeben haben. Als wir nach zwei Jahren erneut das Schützenfest feierten, wurden am „Schützen-Dienstag“ meine Socken über der Theke in einer feierlichen Handlung eingeholt und in einem Waschfass, welches im Garten unseres unvergessenen Wirtes, Karl Frohnhoff, bereitstand, gewaschen.
Seit dieser Begebenheit führt die 2. Kompanie jeweils am Schützenfest-Dienstag das feuchtfröhliche Sockenwaschen durch.

Autobiografischer Erlebnisbericht von Klaus Behrens.

An der Spitze des Bataillons (Verband der 4. Kompanien)  der Schützengilde Höxter  von 1595 e.V. steht der geschäftsführende Vorstand:
Kommandeur Thomas Schöning
Hauptmann beim Stabe / stellv. Kommandeur Christoph Otten
1. Festleiter Dirk Puhl
2. Festleiter Michael Schuster
3. Festleiter / Btl. Rechn. Sascha Stankowski
Adjudant Stephan Czerwonka

 

 

 

Quellenhinweis: Text/400Jahre Schützengilde Höxter 1595-1995 Herausgeber Schützengilde Höxter 1595 e.V.

Bilder: Archiv –dieaktuellekamera ©

           Sowie Schützengilde Höxter von 1595 e.V.

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