NACHLESE SCHÜTZENFEST

2012

 

Video - Impressionen vom Schützenfest:

 

 

Im Jahr 2012 sollte alles anders sein, man wollte ein echtes Schützenfest feiern, ein Revival Schützenfest, das für die Zukunft neue Maßstäbe setzen sollte. Das Ergebnis hat das Wunschdenken der Macher weit übertroffen, denn wer dabei gewesen war, kann eins bestätigen, das Schützenwesen von Höxter hat in diesen Jahr neue Maßstäbe gesetzt und wird hoffentlich so auch noch sehr lange weiterleben. Denn Traditionsdenken und Heimatverbundenheit stehen auch für Menschlichkeit, was das Schützenfest in Höxter wieder einmal unter Beweis stellte.

Platz gab es aber auch für echte Gefühle, die nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, sondern sichtbar für alle ausgelebt wurden, wie beim Königspaar Gundy und Roland Weisbender, die so manches Tränchen aus Freude oder Rührung vergossen und ihre innerliche Verbundenheit durch einen Kuss oder eine Umarmung bekundeten. Die Menschen in den schönen Kleidern oder hoch zu Ross in ihren schnittigen Uniformen wirkten plötzlich auch für Außenstehende so nah, so vertraut und als dann noch Kommandant Thomas Schöning beim Vorbeiritt im Zug mehrmals anhielt und plötzlich von seinem Pferd aus die Schützen in den Reihen persönlich ansprach (mithilfe eines Mikrofons), wurde eines klar, das Motto des diesjährigen Schützenfestes in Höxter „Die ganze Bürgerschaft soll es sein“ war nicht nur ein dahingesagter Werbeslogan, sondern ein Echtheitszertifikat der Schützengilde.

Im Fokus der Festreden, die von Bürgermeister Alexander Fischer und Kommandeur Thomas Schöning gehalten wurden, standen für die zahlreich erschienenen Schützen der Gilde  im Rahmen des Zapfenstreichs vor der Nicolaikirche die Themen Netzwerke sowie die Wertigkeit der Schützengilde in Bezug auf die Allgemeinheit und die Entwicklung der Stadt Höxter.

Dazu Auszüge aus den Reden der Festredner:

Kommandeur Thomas Schöning:
„Wenn ich so durch unsere Altstadt gehe. Vor allem im Quartier der 1. Kompanie mit seinen malerischen Ecken, frage ich mich oft, wie war es wohl vor 400 Jahren. Was hat die Menschen damals bewogen, unsere Gilde zu gründen. Schützenfeste feiern? Sicher nicht oder nicht nur. Gilden sind Selbsthilfegruppen. Heute würde man sagen - Netzwerke. Die Handwerker hatten welche und auch die Kaufleute. So konnten diese Berufsgruppen gemeinsam ihre Interessen durchsetzen.
Aber was ist an unserer Schützengilde so anders? In unserer Schützengilde waren und sind nicht nur einzelne Berufsgruppen ansässig, nein, die gesamte Bürgerschaft ist vertreten. Denn alle Bürger sind nötig, um eine gewisse Entwicklung und Sicherheit für eine Stadt zu ermöglichen. Heute brauchen wir Gott sei Dank keine Waffen dafür, deshalb haben wir auch nur noch Holzgewehre. Aber diese Gewehre sind ein Zeichen dafür, dass wir Schützen uns immer noch für unsere Stadt einsetzen.
Und oft sind es nur kleine Aktionen, aber auch gerade die sind wichtig.
Es gilt, unsere Stadt lebendig und attraktiv zu halten, also Lebensqualität zu schaffen. Seit mehr als 400 Jahren ist unsere Gilde so aktiv, so alt und doch so jung. Beständigkeit in einer unbeständigen Welt und ich bin stolz dazu zu gehören und ich bin stolz, euer Kommandeur zu sein.“

Bürgermeister Alexander Fischer:
"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte gehen, können das Gesicht der Welt verändern, dies ist ein Motto, das wir sicher alle unterschreiben können. Aber was will uns dieses afrikanische Sprichwort sagen? Ich interpretiere es so, dass wir die Meinung jedes Einzelnen ohne Ansehen seiner Person oder seiner Position wahrnehmen sollten. Sie Ernst nehmen sollten, um daraus die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Vor allem geht es mir um Folgendes. So großartig die neuen Netzwerke wie „Facebook“ und „Twitter“ auch sind, sie können nicht das tägliche Miteinander, das Gespräch in den Vereinen, auf dem Wochenmarkt oder eben beim diesjährigen Schützenfest ersetzen. Politik wird nicht nur ganz oben gemacht, sondern gerade in einer Kleinstadt wie Höxter, vornehmlich im Zwiegespräch mit Bürgerinnen und Bürgern und oft bei Gelegenheiten wie diesen, wo Menschen zusammenströmen, sich austauschen, wo sie gemeinsam feiern, gemeinsam diskutieren, gemeinsam ein Glas Bier trinken. Dabei bilden sich Meinungen, dabei entspringen Ideen, dabei wird sogar das eine oder andere geregelt. Und so bilden Sie, die hier und heute zusammengekommen sind, auch ein kleines Netzwerk.
Das ist vielleicht auch der Reiz, der ein Schützenfest ausmacht.
Warum kommen Sie zum Schützenfest? Warum marschieren Sie mit? Warum feiern Sie mit?
Ich glaube in erster Line, weil Sie Gemeinschaft erleben wollen. Gemeinschaftliches Antreten, die gleiche Uniform, ja, auch den Gleichschritt, alles gemeinsame Sinne der althergebrachten Schützentradition. Diese Gemeinsamkeit hat Stärke.
Sie alle werden in diesen Tagen viele kleine Schritte gehen, um das ganz Große zusammenzufügen. So wird jeder Einzelne dafür sorgen, dass das ganz Große stimmt.
So ist jeder Einzelne letztendlich unverzichtbar. Genauso ist es auch in unserer Stadt, jeder zählt, jeder ist wichtig und jeder ist einzigartig".

Ihren ganz großen Auftritt feierten 2012, wie kann es anders sein, das Königspaar Gundy und Roland Weisbender, die zwei Jahre die Schützengilde Höxter repräsentierten. Als Team im Leben und auf der großen Bühne des Schützenwesens zeigten Sie, dass zwei Menschen, die sich so nahestehen, eine Herausforderung wie die Königswürde nicht nur vortrefflich meistern können, sondern auch für nachfolgende Generationen Maßstäbe setzen, die geprägt sind durch eine tiefe Verbundenheit zur Schützengilde, aber auch von Werten, die diesem Paar wichtig sind und ihr Handeln und Tun während ihrer Amtszeit bestimmten. Dabei standen immer die Achtung ihrer Mitmenschen gegenüber, die offene Art, ihre Aufgaben zu meistern, aber auch Humor und Frohsinn bei kleinen und großen Dingen im Mittelpunkt.

Höxter und die Gilde sind froh, dass Sie nun nach der Verabschiedung vom Königspaar Gundy und Roland Weisbender in Regina Spieker und Günter Potthast zwei würdige Nachfolger gefunden haben, die für die nächsten Jahre die Werte und den Sinn der Schützengilde repräsentieren werden. Dazu gehört vielleicht auch hier und da einmal Überzeugungsarbeit zu leisten, um Skeptiker und Unwissende in Sachen Schützenwesen auf den Geschmack zu bringen. Aber auch mit unzähligen Menschen Spaß und Freude zu teilen.

Das Schützenfest 2012 war rund und bunt. Eben echte Qualität, die begeisterte. Natürlich schreibt ein solches Schützenfest auch Anekdötchen wie am Schützenfestmontag, den Tag der Königproklamation im Festzelt, als Jörg Drebes mit seinem Streifenwagen in das Festzelt fuhr, um sein Polizeiauto für die ausgefallene Lautsprecheranlage zur Verfügung zu stellen. Ein ungewöhnlicher Einsatz, der aber den Festakt rettete und damit ein Platz in den Geschichtsbüchern der Gilde verdient hat.

Nicht vergessen darf man bei allem Schwärmen über das Fest die Auftaktveranstaltung am Schützenfest-Freitag. Der Auftritt des Schlosstheaters Fürstenberg vor über 1.000 begeisterten Besuchern im großen Festzelt am Weserufer zeigte wieder einmal, wie viel Potenzial und Talent in diesem quirligen Ensemble unter Führung von Frau Barbara Mihm steckt.




 

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